Unser Wahlprogramm

Wer versammelt sich in der Gruppe „Pro Betriebsrat“?

Die Gruppe „Pro Betriebsrat“ versammelt diejenigen CC-MitarbeiterInnen, die wirklich einen Betriebsrat bei wollen. Dazu gehören insbesondere die Initiatoren der Betriebsratswahl bei CC, d.h. diejenigen Kollegen, die die jetzige Betriebsratswahl bei CC überhaupt erst ermöglicht haben. Dazu gehören darüber hinaus viele CC-MitarbeiterInnen, die sich genauso wie die Initiatoren der Betriebsratswahl einen Betriebsrat als selbstbestimmte, aktive, selbsbewusste Form der MitarbeiterInnen-Vertretung wünschen und dies durch Ihre Kandidatur auf der Liste „Pro Betriebsrat“ aktiv zum Ausdruck bringen möchten.

Das Verhältnis der Gruppe „Pro Betriebsrat“ zu den Gewerkschaften

Zu unserer Gruppe gehören CC-MitarbeiterInnen, die Mitglied einer Gewerkschaft sind (IG Metall, ver.di), genauso wie CC-MitarbeiterInnen, die keiner Gewerkschaft angehören.

Obwohl wir hinsichtlich Gewerkschaftsangehörigkeit also bunt gemischt sind, so einen uns doch alle die folgenden Überzeugungen:

  • Gewerkschaften haben eine wichtige Funktion als Dienstleister für abhängig Beschäftigte.
  • Gewerkschaften können als firmenübergreifendes Netzwerk bei vielen Fragen der MitarbeiterInnen-Vertretung helfen, einen ‚Blick über den Tellerrand‘ zu werfen.
  • Gewerkschaften spielen nach wie vor eine wichtige gesellschaftliche Rolle für die Vertretung der Interessen abhängig Beschäftigter, die in Zeiten der Globalisierung natürlich anders ausgefüllt werden muss, deswegen aber in keiner Weise weniger wichtig geworden ist.
  • Ohne die – von uns erbetene – aktive Unterstützung der IG Metall wäre es uns nicht möglich gewesen, die ganz erheblichen Schwierigkeiten zu überwinden, die einer Betriebsratswahl bei CC bisher entgegenstanden.

Welche Problemstellungen bewegen uns?


Die CC hat in den letzten Jahren viele tief greifende Veränderungen erfahren. Wir wissen, dass sich ein global agierender Konzern mit europaweit über 8000 MitarbeiterInnen anders aufstellen muss als etwa ein in seinen Aktivitäten auf Deutschland begrenztes Unternehmen mit 500 MitarbeiterInnen. Dennoch sehen wir viele Veränderungen der letzten Jahre mit Sorge, nicht nur aus MitarbeiterInnen-Perspektive, sondern gerade auch unter dem Aspekt einer effizienten Unternehmensführung.

Nachfolgend eine Aufzählung einiger von uns als problematisch empfundener Veränderungen in unserem Arbeitsumfeld:

  • eine Zunahme stark formalisierter und bürokratisierter Top-down-Planungs/Steuerungs/Kontroll-Prozesse deren Objektivitätsanspruch unseres Erachtens sehr fragwürdig ist
  • ein Rückgang flexibler, unbürokratischer Bottom-up-Gestaltungs/Innovations-Möglichkeiten
  • relativ häufige, tief greifende und teure Reorganisationen, deren Angemessenheit sich nicht immer unmittelbar erschließt
  • eine zunehmende Vernachlässigung entscheidender Erfolgsfaktoren wie persönliche Verbundenheit mit den ‚eigenen Themen‘ und Eingebundensein in gewachsene, kooperative Teamstrukturen
  • ein Know-how-Rückgang bei wichtigen Kernthemen, verbunden mit einer weiteren Arbeitsverdichtung bei den verbliebenen Know-how-Trägern
  • ein P + D Managment mit dem Zwang zur personalaktenrelevanten Benotung aller MitarbeiterInnen
  • ein less for moreProgramm mit einer personalaktenrelevanten Erfassung (vermeintlicher) ‚Schlechtleister‘ und einer viel zu starken Out-of-Job-Komponente (Stichwort „Auflösungsverträge“)
  • ein zunehmendes Ersetzen von Vertrauen durch Kontrolle
  • ein Rückgang von Weiterbildungsmöglichkeiten
  • eine Security Policy, die einige Klauseln enthält, die etliche CC-MitarbeiterInnen gar nicht erfüllen können, wenn sie ihre Arbeit ordentlich machen wollen
  • Eine Gehaltspolitik, die ohne sichtbare und nachvollziehbare Strukturen funktioniert und so Tür und Tor für Abhängigkeiten und willkürliche Entscheidungen öffnet

Wie sehen wir die Rolle eines Betriebsrats?

Ein Betriebsrat ist primär den Interessen der MitarbeiterInnen verpflichtet. Da es den CC-MitarbeiterInnen aber nur gut gehen kann, wenn es der CC als Unternehmen gut geht, ist es für uns selbstverständlich, dass wir als Betriebsräte dazu beitragen wollen, dass es der CC als Unternehmen gut geht.

Unseres Erachtens sollte sich ein Betriebsrat darum bemühen, möglichst viele derjenigen Themenfelder abzudecken, die für die CC-MitarbeiterInnen bei ihrer Arbeit von Bedeutung sind. Es geht uns darum, dass sich die MitarbeiterInnen bei der Arbeit wohl fühlen, dass sie fair & gerecht behandelt werden, dass sie Spaß an ihrer Arbeit haben, dass sie sich aufgehoben in ihren Teams fühlen, dass sie eigenständig und selbstverantwortlich arbeiten können und dass sie dadurch einen größtmöglichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten können.

Unseres Erachtens sollte sich ein Betriebsrat nicht auf die Themenfelder zurückziehen, die im engeren Sinne mitbestimmungspflichtig sind, sondern versuchen, wichtige Anregungen aus den Reihen der MitarbeiterInnen auch dann aufzugreifen, wenn es sich – bei nicht mitbestimmungspflichtigen Themen – ’nur‘ um Anregungen an das Management handeln kann.

Ein Betriebsrat agiert pro aktiv und nicht abwartend, bis etwa das Managment alle Pflöcke gesetzt hat.

Für welche Inhalte stehen wir?

Mehr Information, mehr Transparenz

  • Mehr Information & Transparenz über die Arbeit des BR, z.B. in Form von nachlesbaren Protokollen und in Form von regelmäßigen mehrfach im Jahr stattfindenden Standortversammlungen.
  • Mehr Information & Transparenz bei Reorganisationen und Standortentscheidungen
  • Mehr Information & Transparenz bei Entlohnung, Gehaltsrunden und Leistungsbewertungen, z.B. in Form von Übersichten (insgesamt, pro Standort, pro Niederlassungs-Bereich, pro Geschlecht, pro Dauer Betriebszugehörigkeit, etc.)
    • zur Job – description,
    • zur Gehaltsgruppenverteilung bzw. zur Herstellung einer solchen,
    • zu Durchschnittsverdiensten

Entformalisierung, Entbürokratisierung

  • Rückbau (über-)formalisierter HR-Prozesse
  • Policies, die wirklich eingehalten werden können und nicht einschüchtern bzw. den Schwarzen Peter letztlich den ‚einfachen MitarbeiterInnen‘ zuschieben
  • Mehr Vertrauen in Form von individuellen Freiräumen anstatt Kontrolle durch formalisierte Prozesse

Verbesserungen im Alltag

  • Weiterbildung: ein bis zwei Wochen Weiterbildung (Class Room Training, Seminare, Tagungen) pro MitarbeiterIn und Jahr als Regelfall
  • Work-Life-Balance: bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, z.B. durch flexible, aber trotzdem nicht endlose/entgrenzte Arbeitszeiten
  • Gesundheitswesen: noch mehr proaktive Maßnahmen, z.B. höhenverstellbare Tische und bessere Stühle als Regelausstattung und nicht erst dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen, d.h. das Rückenleiden schon vorhanden ist
    • Altersversorgung: Schaffung einer Unternehmensfinanzierten Altersversorgung

Aktive Teilhabe

  • Bei wichtigen Veränderungen sollten die MitarbeiterInnen, wenn irgend möglich, in geeigneter Weise bereits in die Entscheidungsfindung einbezogen werden und nicht nur über vollendete Tatsachen informiert werden
  • Aktive Teilhabe bei Reorganisationen und Prozessveränderungen
  • Aktive Teilhabe bei der Definition allgemeiner Ziele

Die Gruppe „Pro Betriebsrat“ wünscht sich eine selbstbestimmte, aktive, an sozialer Gerechtigkeit orientierte, selbstbewusste Vertretung von MitarbeiterInnen-Interessen,

  • die darum weiß, dass es gelegentlich auch einmal Interessenkonflikte geben kann,
  • die auf der Grundlage vertrauensvoller Zusammenarbeit bei wirklich wichtigen Fragen notfalls auch einmal auf einer abweichenden Meinung insistiert und
  • die durch die Fähigkeit & Bereitschaft zum konstruktiven Konflikt in der Lage ist, bei wirklich wichtigen Fragen auch einmal einen Konsens neuer Qualität zu erzielen.

Mehr über uns erfahrt ihr auf der Seite „Wer wir sind